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Bundesverband Mobile Beratung

Bericht | 10/2025

Wissenschaftliche Begleitung zeigt: Mobile Beratung wirkt

In der zweiten Förderperiode von „Demokratie Leben!“ (2020-2024) hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) die Mobilen Beratungsteams wissenschaftlich begleitet. Neben Interviews führte es u.a. Workshops mit den Landesdemokratiezentren und Mobilen Berater*innen durch, um die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit des Angebots zu untersuchen.

Der Abschlussbericht des DJI zeigt: Mobile Beratung ist sowohl nachhaltig als auch wirksam. Die Beratungsteams, so die Autor*innen, „konnten bei den adressierten Personen und Institutionen Lern- und Veränderungschancen eröffnen und eigenständiges Handeln zur Bearbeitung von demokratiegefährdenden Phänomenen befördern“. Es sei „plausibel, dass die Mobile Beratung in der zweiten Förderperiode maßgeblich zu intendierten Wirkungen bei den Beratungsnehmenden beigetragen hat“.

Wie Mobile Beratung wirkt

Wie sich diese Wirkung zeigt, schildert der Bericht anhand von vier Fallbeispielen aus der Beratung. Bei einem dieser Beispiele ging es um einen Konflikt in der Nachbarschaft einer Geflüchtetenunterkunft: Anwohner*innen hatten sich u.a. wegen Lärm über die Unterkunft beschwert. Das kommunale Integrationsbüro wandte sich daraufhin an die Mobile Beratung und bat um Unterstützung bei der Bearbeitung des Konflikts.

Mithilfe des Mobilen Beratungsteams (MBT) fand zunächst ein Gespräch statt, an dem u.a. die Integrationsbeauftragte, die Flüchtlingskoordinatorin, der Migrationsbeirat, Verantwortliche der Unterkunft sowie die Polizei teilnahmen. Dabei gelang es, unterschiedliche Perspektiven auszutauschen und das Verständnis füreinander zu stärken. Anschließend unterstützte die Mobile Beratung das Integrationsbüro dabei, einen Bürgerdialog zu organisieren. Dieser konnte erfolgreich stattfinden und die Teilnehmenden verständigten sich darauf, eine Begegnung zwischen den Anwohnenden und den Bewohner*innen der Geflüchtetenunterkunft zu organisieren.

Laut DJI ist es „plausibel, dass das MBT zu einer Entpolarisierung des Konflikts im Gemeinwesen und darüber (zumindest vorläufig) zu seiner graduellen Deeskalation beigetragen hat“. Das Team brachte hierfür u.a. fundierte Erfahrungen in der Konfliktbearbeitung und Moderation ein und stärkte die Mitarbeitenden des Integrationsbüros.

Strukturelle Überlastung

Der DJI-Bericht zeigt aber auch: Angesichts einer hohen Arbeitsbelastung und der steigenden Zahl an Anfragen stoßen die Mobilen Beratungsteams an strukturelle Grenzen. „Ausstattung und Aufwuchs“ stünden „in einem Missverhältnis zum Auftrags- und Anfragevolumen“. Die Mehrheit der Beratungsstellen sei überlastet, so die Autor*innen.

Im Herbst 2023 seien lediglich 18 Prozent der befragten Mobilen Berater*innen (eher) der Meinung gewesen, dass personelle Ressourcen und das Arbeitsvolumen in Passung standen. Im Bericht ist von einer „Anfrageexplosion“ sowie von „stückweise überrannten“ Beratungsteams die Rede.

Empfehlungen des DJI

Um die Mobile Beratung, aber auch die Opfer- sowie die Ausstiegs- und Distanzierungsberatung zu stärken, formuliert das DJI am Ende des Berichts mehrere Empfehlungen. Sie decken sich mit den Appellen, die der Bundesverband Mobile Beratung seit vielen Jahren an Politik und Verwaltung richtet:

  • Die Beratungsstrukturen sollten nicht nur fortgeführt, sondern auch langfristig – auf gesetzlicher Grundlage – verstetigt und weiter gestärkt werden.
  • Um der strukturellen Überlastung in der Mobilen Beratung zu begegnen, empfiehlt das DJI, die Ressourcen der Teams in Passung zum Aufgabenspektrum zu bringen. Unter anderem bräuchten die Teams mehr Mittel, um angemessen auf die Bedarfe von bedrohten Personen eingehen zu können.
  • Der Bundesverband Mobile Beratung sowie die Bundesverbände der Opfer- und Ausstiegsberatung sind laut DJI „wichtige Unterstützungsstrukturen der Beratungsangebote und begünstigen in besonderer Weise das professionelle, wirksame Handeln der Berater:innen“. Das Institut empfiehlt daher, die Bundesverbände zu stärken und den Beratungsteams angemessene Ressourcen bereitzustellen, die ihnen die Mitwirkung am fachlichen Austausch ermöglichen.

Der vollständige Bericht ist hier nachzulesen.

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