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Pressemitteilung | 03/2023

„Erinnern heißt Kämpfen!“

MBR Niedersachsen

01. März 2023

Pressemitteilung zur ersten Wanderausstellung zu Todesopfern rechter Gewalt in Niedersachsen seit 1990

Die Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie, die Betroffenenberatung und die Ausstiegsbegleitung Distance haben heute die Wanderausstellung “Erinnern heißt Kämpfen!” Zwischen Anerkennung und Vergessen. Todesopfer rechter Gewalt in Niedersachsen seit 1990 eröffnet. Bis zum 10. März 2023 kann die Ausstellung im Foyer des Kulturzentrums Pavillon in Hannover besichtigt werden. Danach kann sie niedersachsenweit kostenlos ausgeliehen werden.

„Die Ausstellung hat das Ziel an die Menschen zu erinnern, die in Niedersachsen durch rechte Gewalt getötet wurden“, so Kuratorin Friederike Wansing von der Mobilen Beratung. „Darüber hinaus sollen die gesellschaftlichen Hintergründe rechter Gewalt sichtbar gemacht werden ebenso wie der unermüdliche Einsatz für Erinnerung vor Ort“, so Wansing weiter auf der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung basiert auf journalistischen und antifaschistischen Recherchen sowie auf Gesprächen mit Angehörigen, Freund*innen und Initiativen vor Ort.

„Unser Sohn hatte sein ganzes Leben vor sich, ist über sieben Länder geflüchtet und dann hier ermordet worden. Rassismus war der Grund, warum mein Sohn ermordet wurde“, sagt Kochar Khdir, Mutter des 15-jährigen Arkan Hussein Khalaf auf der Pressekonferenz. Arkan wurde 2020 in Celle von einem Deutschen erstochen. Die Unterstützerin Behiye Uca ergänzt die Ausführungen von Khdir: „Es wurde bisher nicht anerkannt, dass Arkan aus rassistischen Gründen ermordet wurde.“

Häufig werden rechte, rassistische und antisemitische Tatmotive nicht als solche anerkannt. Niedersachsen stellt im bundesweiten Vergleich ein Schlusslicht dar, wenn es um die staatliche Anerkennung von Todesopfern rechter Gewalt geht. „Staat und zivilgesellschaftliche Beobachter*innen kommen regelmäßig zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen“, so der Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Kopke, der die Ausstellungserstellung als Beiratsmitglied begleitet hat. „Hierfür gibt es eine Reihe von Gründen: Sie liegen zum einen in unterschiedlichen Definitionen, manchmal am mangelnden Willen staatlicher Stellen, politische Motive zu erkennen, aber manchmal sind die Fälle auch tatsächlich kompliziert und lassen verschiedene Interpretationen zu.“

„Wir als Ausstellungsmacher*innen wünschen uns deshalb eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung der niedersächsischen Todesfälle rechter Gewalt, analog zu denen in Brandenburg und Thüringen“, fordert Friederike Wansing. Karsten Knigge, der in der AG in Gedenken an Alexander Selchow ins Rosdorf aktiv ist, ergänzt Kopkes Ausführungen: „Nicht erinnern, heißt zu vergessen. Für uns ist neben einer aktiven Erinnerungsarbeit vor Ort auch wichtig, dass es jetzt diese Ausstellung gibt. Diese hilft, den Blick auf das Große und Ganze zu richten.“

Weiterführende Informationen zur Ausstellung erhalten Sie auf der Webseite www.erinnern-heisst-kaempfen-nds.de

Pressekontakt:

Friederike Wansing
0157 53124883 (Die. + Do. 09:30-17:00 telefonisch erreichbar)
ausstellung@mbt-niedersachsen.de

Auf Wunsch können wir Ihnen Fotos der Ausstellung zukommen lassen.

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ, des BAFzA,des L-DZ Niedersachsen oder des Landesprogramms für Demokratie und Menschenrechte dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

Die Pressemitteilung kann im pdf-Format hier heruntergeladen werden.

Medienbericht | 02/2023

taz-Interview über den Neukölln-Prozess

MBR Berlin

Anfang Februar 2023 endet der Neukölln-Prozess. Aus diesem Anlass spricht Bianca Klose, Projektleiterin der MBR Berlin, in der taz über Versäumnisse bei der Aufklärung der rechtsextremen Anschlagsserie. „Die Zeichen für Aufklärung stehen schlecht. Der Prozess hat die Möglichkeit zur – zumindest teilweisen – Aufklärung ungenutzt gelassen“, so Klose.

Der Artikel kann hier abgerufen werden.

Pressemitteilung | 12/2022

Erneuter Dammbruch zu befürchten: In Thüringen droht ein radikaler Kahlschlag bei der Förderung von Demokratie und Menschenrechten

MOBIT - Mobile Beratung in Thüringen, ezra, IDZ

07. Dezember 2022

Thüringer Demokratieprojekte zeigen sich alarmiert, denn es droht ein massiver Kahlschlag im Bereich der Förderung von Demokratie und Menschenrechten. Dies ist aktuellen Änderungsanträgen der CDU zum aktuellen Haushaltsentwurf 2023 zu entnehmen. Gemeinsam mit den Stimmen von FDP, BfTh („Bürger für Thüringen“) und der rechtsextremen Thüringer AfD könnte es so zum erneuten Dammbruch kommen, der eine Vielzahl wichtiger Demokratie- und Menschenrechtsprojekte gefährdet.

Angesichts der Änderungsanträge von CDU zum aktuellen Haushaltsentwurf der Landesregierung für das kommende Jahr, zeigen sich die Thüringer Demokratieprojekte MOBIT (Mobile Beratung in Thüringen – für Demokratie – gegen Rechtsextremismus), IDZ (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft) und ezra (Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) alarmiert: „Es ist zu befürchten, dass die CDU mit den Stimmen der rechtsextremen Thüringer AfD erneut einen Dammbruch begeht, dessen dramatische Auswirkungen auf die Projekte im Bereich der Förderung von Demokratie und Menschenrechten nicht abzusehen sind. Es droht ein radikaler Kahlschlag„, erklärt Franz Zobel, Projektkoordinator der fachspezifischen Opferberatungsstelle ezra.

Die Kürzungsvorschläge der CDU betreffen insbesondere die Bereiche des Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit, der Antidiskriminierung, der Integration, der Erwachsenenbildung und der Gleichstellung. Erst Mitte November hatte die CDU-Fraktion mit den Stimmen der rechtsextremen Thüringer AfD einen Antrag im Parlament verabschiedet, der Landtag und Landesregierung in der öffentlichen Kommunikation eine geschlechtergerechte Sprache verbietet. Dazu macht IDZ-Leiter Dr. Axel Salheiser deutlich: „In Zeiten, in denen unsere Demokratie immer mehr unter Beschuss gerät, sind die jüngsten Änderungsanträge der CDU-Fraktion ein fatales Signal und die Haushaltverhandlungen ein weiterer Schritt zur Normalisierung der Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD.

Mit den „Thüringer Zuständen“ weisen die Demokratieprojekte jährlich auf die Zunahme rechter Aktivitäten, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus und die steigende Zustimmung zu Demokratiefeindlichkeit und Aussagen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit hin. „Wir appellieren an alle demokratischen Abgeordneten des Thüringer Landtages diese faktenbasierten Tatsachen ernst zu nehmen und Demokratiearbeit als Daueraufgabe zu verstehen, die gefördert und ausgebaut werden muss. Indem die rechtsextreme Thüringer AfD auf Grundlage der CDU Anträge über die Kürzung von Mitteln für Demokratiearbeit, Integration, Antidiskriminierung, Gleichstellung und viele weitere Bereiche entscheidet, wird der Bock zum Gärtner gemacht,“ stellt Romy Arnold, Projektleiterin von MOBIT, abschließend fest.

Die Zivilgesellschaft in Thüringen wird eine derartige Attacke auf die ohnehin gefährdete Demokratie in Thüringen nicht hinnehmen. Die drei Projekte stehen für die Beratung zivilgesellschaftlicher Akteur:innen und Betroffener von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie für wissenschaftliche Expertisen im Themenfeld zur Verfügung. Sie werden (Teil-)finanziert über das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit („DenkBunt“) und das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. MOBIT befindet sich in Trägerschaft des MOBIT e.V., das IDZ bei der Amadeu Antonio Stiftung und ezra bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die Pressemitteilung kann hier auf der Website von MOBIT e.V. abgerufen werden.

Medienbericht | 02/2023

Wie Rechtsextreme wieder gegen Flüchtlingsunterkünfte mobilmachen

Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, Kulturbüro Sachsen

Seit Ende 2022 gehen Rechtsextreme wieder vermehrt gegen Unterkünfte von Geflüchteten auf die Straße, unter anderem in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. In einem Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland werden zwei Kolleg*innen von der Mobilen Beratung zitiert:

  • Michael Nattke, Kulturbüro Sachsen, zum Vergleich der aktuellen Proteste mit den flüchtlingsfeindlichen Demonstrationen 2015: „Ich habe Angst, dass auch dieses Mal einzelne Personen aus dem Demogeschehen zu Gewalttaten in der Lage sind.“
  • Daniel Trepsdorf, Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, zum Fund von Waffen bei Neonazis in der Vergangenheit: „Brenzlige Situationen und Gewalteskalationen wie wir sie jüngst in Loitz, Upahl oder Grevesmühlen erlebt haben, können dann rasch unkontrollierbar explodieren.“

Der Artikel kann hier nachgelesen werden.

Medienbericht | 2023

Radio-Interview über die extreme Rechte in Thüringen 2022

MOBIT - Mobile Beratung in Thüringen

Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT e.V.) blickt in einem Interview mit Radio F.R.E.I. auf das Jahr 2022 zurück. Ein Ausschnitt aus dem Interview:

„Mehr als drei Jahre brauchte es, bis der Prozess gegen zwei Neonazis wegen des brutalen Überfalls auf zwei Journalisten eröffnet wurde. Noch einmal ein Jahr später fiel am Donnerstag, den 15.09.2022, vor dem Landgericht Mühlhausen das mit Spannung erwartete Urteil gegen Nordulf H. und Gianluca B. Zur Erinnerung: die beiden mit Baseballschläger, Pfefferspray, Messer und Schraubenschlüssel bewaffneten Neonazis hatten Ende April 2018 die beiden Journalisten attackiert, die zu einem konspirativen Treffen auf dem Gelände des langjährig aktiven Neonazi-Funktionärs Thorsten Heise recherchieren wollten. Nach einer Verfolgungsjagd schlugen sie ihre Opfer zusammen und verletzten sie schwer, sie zerstörten ihr Auto und raubten die Kamera samt Ausrüstung.“

Das vollständige Interview kann hier angehört werden.

Medienbericht | 12/2022

Deutsche Welle über „Reichsbürger“

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin

Hamid Mohseni von der MBR Berlin führt im Interview mit der Deutschen Welle aus, was die ideologischen Grundannahmen der „Reichsbürger“ sind, inwiefern diese häufig mit rechtsextremen Weltbildern übereinstimmen und wieso ihre Narrative im Rahmen der verschwörungsideologischen Versammlungen der vergangenen Jahre so anschlussfähig waren.

Das Video ist hier abrufbar.

Medienbericht | 12/2022

ARD-Beitrag: Mobile Beratung braucht Planungssicherheit

MBR Düsseldorf

Das ARD-Mittagsmagazin hat Dominik Schumacher und Lillian Mettler von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Düsseldorf begleitet. Der Beitrag zeigt, vor welchen Problemen Mobile Berater*innen angesichts der fehlenden finanziellen Absicherung ihrer Arbeit stehen – und welche Auswirkungen das auf die Beratungsnehmenden haben kann. Anlass für den Beitrag ist das geplante Demokratiefördergesetz, das Projekten wie der Mobilen Beratung Planungssicherheit geben soll.

Der Fernseh-Beitrag ist hier abrufbar (Minute 00:11 – 04:10).

Medienbericht | 12/2022

NSU Watch interviewt MBR Berlin zum Neukölln-Komplex

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin

NSU Watch hat Bianca Klose, Projektleiterin der MBR Berlin, anlässlich ihrer Anhörung als Sachverständige vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Neukölln interviewt. Sie sagt: „Wir gehen davon aus, dass die starke zivilgesellschaftliche und antifaschistische Präsenz in der Stadt der rechtsextremen Szene kaum andere Optionen lässt, als sich am politischen Gegner abzuarbeiten.“

Das gesamte Interview ist hier abrufbar.

Medienbericht | 12/2022

rbb24 über Fragen und Antworten nach den bundesweiten Razzien gegen „Reichsbürger“

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin

Nach den bundesweiten Razzien gegen „Reichsbürger“ hat rbb24 einen Überblicksartikel mit Fragen und Antworten zum Thema veröffentlicht. Mathias Wörsching von der MBR Berlin kommt darin mehrfach mit Einschätzungen zu Wort:

„‚Gerade die Razzien in den vergangenen Tagen haben gezeigt, dass das auch Menschen aus dem Bürgertum sind, Unternehmer, Selbstständige, Staatsdiener.‘ So seien eine Richterin und Offiziere dabei gewesen. Das Milieu umfasse entgegen einer verbreiteten Vorstellung nicht nur ‚gescheiterte Existenzen‘ oder Randgruppen. Dieses Phänomen könne die MBR ‚insgesamt für den Rechtsextremismus feststellen. Es hat in den letzten zehn bis 15 Jahren eine Verschiebung dahin gegeben, dass sich zunehmend auch Menschen aus gehobenen bürgerlichen Milieus nach rechts radikalisieren‘, sagt Wörsching im Interview mit rbb24.“

Der vollständige Artikel ist hier abrufbar.

Medienbericht | 11/2022

taz berichtet über MBR-Gutachten im Neukölln-Komplex

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin

Bianca Klose, Projektleiterin der MBR Berlin, wurde im November 2022 als Sachverständige im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum sogenannten Neukölln-Komplex gehört. Die MBR Berlin hat zu diesem Anlass ein Gutachten mit dem Titel „Vom ‚Nationalen Widerstand Berlin‘ zu rechtsextremen Angriffsserien“ vorgelegt. Die taz berichtet.

Der Artikel kann hier abgerufen werden.

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